Mallorca ist weit mehr als die Partyinsel, die der Prospekt verkauft. Drei gut gewählte Tage reichen für eine Bucht in unmöglichem Blau, ein Steindorf in der Serra de Tramuntana und einen Sonnenuntergang von einem Leuchtturm ohne eine einzige Werbetafel. Das Beste liegt weit weg von Magaluf: der bergige Nordwesten, die Dorfmärkte, die Weingüter des Pla. Ohne Auto kommst du durch, wenn du planst —die Holzeisenbahn nach Sóller, der Bus nach Valldemossa, das Boot nach Sa Calobra—, doch ein Mietwagen für einen einzigen Tag öffnet Buchten, die du sonst nie siehst. Iss Sobrassada und Pa amb oli ohne schlechtes Gewissen, steh früh auf, um die Buchten vor zehn für dich zu haben, und lass einen Nachmittag ganz ohne Plan: Mallorca belohnt das langsame Schlendern. Meide den August, wenn du kannst; Mai, Juni und September bieten dasselbe Meer mit halb so vielen Menschen.
Beste Reisezeit
Mai, Juni und September
Empfohlene Tage
3 Tage
Sehenswürdigkeiten in Mallorca
Die Orte, die deine Zeit wirklich wert sind — mit dem praktischen Kniff zu jedem.
La Seu, die Kathedrale von Palma
Geh früh hin, wenn das Licht durch die Rosette fällt und die Gruppen noch nicht da sind. Gaudís Eingriff und das Wandbild von Barceló machen sie zu einer Kathedrale wie keine andere. Danach treib dich durch die Altstadt Richtung Markt von l'Olivar.
Der Zug nach Sóller
Der Holzzug von 1912 quert die Serra de Tramuntana von Palma nach Sóller in einer Postkartenstunde. Billig ist er nicht, aber er gehört zu den Dingen, die die Reise rechtfertigen. Von Sóller rollt die Straßenbahn hinunter zum Hafen, wo du baden und mit Blick aufs Meer Fisch essen kannst.
Valldemossa
Das Steindorf, in dem Chopin einen Winter verbrachte, eine halbe Stunde von Palma mit dem Bus 210. Geh ganz früh oder gegen Abend: Mittags wird es von den Ausflugsbussen verschlungen. Coca de patata mit einem Kaffee auf einer ruhigen Terrasse ist das Ritual.
Deià und seine Bucht
Zwischen Berg und Meer hängend ist Deià das wirklich schöne Dorf, mit einer Kieselbucht am Ende eines Fußwegs. Robert Graves lebte hier, und man versteht warum. Parken im Sommer ist Lotterie; der Bus ist dein Freund.
Sa Calobra und der Torrent de Pareis
Die Straße mit dem berühmten Krawattenknoten ist selbst schon eine Attraktion; die Schlucht, die sich am Ende zum Meer öffnet, eine weitere. Im Sommer kommst du auch per Boot vom Port de Sóller — die bequemste und schönste Variante. Nimm Wasser und ordentliche Schuhe mit.
Cap de Formentor
Der Aussichtspunkt Es Colomer und die Straße zum Leuchtturm sind der dramatischste Norden der Insel. In der Hochsaison ist die Zufahrt mit dem Auto beschränkt, und es geht per Bus vom Port de Pollença hinauf: Prüf die Fahrpläne, bevor du losfährst.
Es Trenc
Der wilde Strand des Südens: Kilometer weißer Sand und karibisch anmutendes Wasser ohne ein einziges Hotel in erster Linie. Komm vor zehn oder nach sechs; mittags im August findet nicht mal dein Handtuch Platz.
Caló des Moro
Die meistfotografierte Bucht der Insel, und das aus gutem Grund. Sie ist winzig, füllt sich mit Sonnenaufgang, und der Abstieg ist steil. Willst du sie wie auf den Fotos sehen, steh wirklich früh auf: Um acht ist sie ein Paradies, um elf eine Sardinenbüchse.
Alcúdia
Die ummauerte Altstadt läufst du in einer Stunde ab, und der Markt am Dienstag und Sonntag lohnt den Besuch. Die Bucht hat den langen, familienfreundlichen Strand der Insel, mit flachem Wasser, das Kinder lieben.
3 Tage Mallorca: eine Beispielroute
Ein realistischer Plan Tag für Tag, damit du nicht die ganze Reise von Ort zu Ort hetzt.
Tag 1
Palma zu Fuß
La Seu gleich am Morgen, die Altstadt ohne Eile, Pa amb oli in einer Viertelbar und der Nachmittag zwischen dem Markt von l'Olivar und dem Passeig del Born. Früh zu Abend essen: Morgen wird früh aufgestanden.
Tag 2
Der Zug nach Sóller und Sa Calobra
Der Holzzug durch die Tramuntana, Straßenbahn zum Port de Sóller, Baden und Fisch am Meer. Am Nachmittag per Boot oder Bus nach Sa Calobra und zum Torrent de Pareis. Bei Sonnenuntergang zurück nach Palma.
Tag 3
Valldemossa und Deià
Mit dem Bus 210 nach Valldemossa, bevor die Gruppen kommen, Kartause und Coca de patata. Weiter nach Deià, hinunter zur Kieselbucht und ein letzter ruhiger Nachmittag vor dem Flughafen.
Mit 3 gut geplanten Tagen schaffst du Palma, die Serra de Tramuntana und die eine oder andere Bucht. Mit 5 kommen der Norden und die Strände des Südens in Ruhe dazu. Eine Woche reicht für die ganze Insel ohne Hetze. Weniger als 3 Tage sind zu knapp: Wähl eine Gegend und versuch nicht, alles zu sehen.
Kann man Mallorca ohne Auto bereisen?
Ja, besser als gedacht. Der Zug nach Sóller, die Straßenbahn zum Hafen und die TIB-Busse verbinden Palma mit Valldemossa, Deià, Sóller und Alcúdia. Die Buchten im Süden und Osten sind eine andere Geschichte: Für Es Trenc oder Caló des Moro löst ein Mietwagen für einen einzigen Tag, was der Bus nicht erreicht.
Was ist die beste Reisezeit für Mallorca?
Mai, Juni und September: dasselbe Meer, halb so viele Menschen und vernünftigere Preise. Juli und August sind die Insel bei Vollauslastung. Der Winter hat seine Fans: Wandern in der Tramuntana, Mandelblüte im Februar und Dörfer ohne Schlangen — allerdings schließen viele Strandbars und Küstenhotels.
Ist Mallorca teuer?
Weniger, als der Ruf vermuten lässt, wenn du den Trampelpfad verlässt. Buchten und Aussichtspunkte sind gratis, der Bus ist günstig, und in Palmas Viertelbars isst du gut für 15-20 Euro. Was das Budget sprengt, sind die erste Meereslinie im August und Restaurants mit Aussicht.
Wo übernachtet man am besten auf Mallorca?
Beim ersten Besuch: Palma, das ganze Jahr lebendig und gut angebunden für Ausflüge. Suchst du Berge und Dörfer, ist Sóller die beste Basis der Tramuntana. Für Strandurlaub mit Familie die Bucht von Alcúdia. Buch nicht in Magaluf oder s'Arenal, wenn du nicht genau das suchst.
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